Über

 

Eigentlich gibt es über mich nicht wirklich viel zu sagen. Ich bin 25 Jahre alt. Wenn man aufrundet (so wie meine Krankenkasse), bin ich bereits 30, und ab 30 solls ja bekanntlich bergab gehen. Ich arbeite bei einer kleinen Lokalzeitung, wo ich meine langweilige Arbeit damit verbringe, peinlich genau auf die Fehler der automatischen Silbentrennung zu achten. Meine Wohnung ist etwa so groß wie die Vorratskammer meiner Großmutter und trotzdem viel zu teuer. Ich habe eine große Schwester, Lydia, die Rechtsanwältin und damit der Stolz meiner typischen Schrebergrätner-Eltern ist. Und ich habe einen kleinen Bruder, Ole, der in einem Wohnwagen lebt und es tatsächlich immer wieder schafft, schöne blonde Frauen davon zu überzeugen, dass dieser Wohnwagen ein Raumschiff ist.

Nun ja, ich bin nicht schön und nicht blond, kämpfe jeden Morgen mit fantastisch unreiner Haut und habe Haare auf der großen Fußzehe. Jeden Tag höre ich auf dem Weg zur Arbeit "All by myself" von Celine Dion und verfluche dabei das Beschleunigungsvermögen meines alten Ford Fiesta. Wie gern würde ich auch mal das Ampelanfahren gewinnen, verdammt!

Ansonsten besteht mein Leben darin, vollkommen normal zu sein und eine Vorliebe für Cheeseburger zu haben.

Wieso ich euch das erzähle? Ich weiß es nicht.

 


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Blog

Emilie Winter präsentiert: Das Leben, wie es auf keinen Fall sein sollte

Hallo. Mein Name ist Emilie Winter und ich bin verliebt. Das war die schlechte Nachricht. Die noch schlechtere Nachricht: Die Cheeseburger meiner allmorgendlichen Frust-Fraß-Zeremonie haben mir einmal mehr ordentliche Magenschmerzen beschert und irgendwie riecht es in meiner Wohnung seit Tagen nach viel zu alten Tortilla Chips. Ich habe noch eine halbe Stunde Zeit, mir die Beine zu rasieren und 15 Kilo abzunehmen, um in das schicke champagnerfarbene Minikleid von Dolce & Gabbana zu passen, dass ich mir vor über einem Jahr mit der festen Überzeugung gekauft habe, diese Diät (es war März und bereits die zweite in diesem Jahr) WIRKLICH durchzuhalten. Doch dann kam Ostern und der Rehbraten meiner Großmutter machte mir einen fettigen Strich durch die sauber kalkulierte Rechnung. Das Kleid wird also auch zum diesährigen Pfingstfest meiner Firma den Kleiderschrank nicht verlassen. Wie gern würde ich mit ihm tauschen! Aber das aufgeregte Klingeln meiner jugendlichen Kollegin hallt mir schon jetzt unbarmherzig in den Ohren. Also werde ich mich, nachdem mir die Sonne so lange in die Augen geschienen hat, bis die ganze Welt nur noch aus kleinen weißen Punkten besteht, schlaftrunken in einen möglichst figurunbetonten, jahrealten Anzug schmeißen. Ich werde versuchen, meine Haare in eine Form zu bringen, die der einer überfahrenen Bisamratte nicht mehr allzu stark ähnelt. Ich werde meine flachen schwarzen Omaschuhe anziehen und mir damit wenigstens die Mühe ersparen, die weißen High Heels abzustauben, denn die beglücken mich - mit gut 70 Kilo Kampfgewicht - nur mit gigantischen Blasen und Fußkrampfdisastern. Und irgendwie werde ich trotzdem darauf hoffen, an diesem Abend einen Heiratsantrag (wahlweise auch ein Angebot für ein wildes Sexabenteuer) von meinem Chef - der nebenbei bemerkt der wahrscheinlich bestaussehendste männliche Bewohner dieses Erdballs ist - zu bekommen. Obwohl er verlobt ist und meinen Namen nicht kennt.
Schimpft mich eine Hellseherin: Dieser Tag wird eine Katastrophe werden! Ich werde mir jede Menge Aspirin einpacken. Nur für den Notfall. Und bei mir - das kann ich euch versichern - ist jeder Tag ein absoluter Notfall.

1 Kommentar 11.5.08 19:08, kommentieren